Pferdezahnpflege

Mal ehrlich, wie oft gehen Sie zum Zahnarzt? Sollten wir nicht jährlich einen Termin vereinbaren?
Hat Ihr Pferd Ihnen gesagt, dass es Zahnschmerzen hat? Kann Ihr Pferd uns anrufen?

Gerne erkläre ich Ihnen die Ursachen und Notwendigkeiten in der Zahnmedizin

Die Pferdezähne verändern sich im Vergleich zum Menschen jährlich. Sie schieben sich jährlich 1 - 4 mm aus den Zahnfächern heraus und die Backenzähne werden häufig ungleichmässig abgenutzt. Dies hat zur Folge, dass sich scharfe Ecken und Hacken bilden können. Ein einseitig benutzes Gebiss führt auch zu Veränderungen an den Frontzähnen, diese verhindern wieder ein gleichmässiges Mahlen der Backenzähne. Junge Pferde haben häufig Probleme durch einen Zahnwechsel.

Ursachen und Notwendigkeiten in der Pferdezahnmedizin
Der Zustand der Zähne kann das Immunsystem des Pferdes stark beeinflussen

Milchkappen, welche nicht abgestossen wurden, verhindern das Wachsen des neuen Zahnes oder der neue Zahn sucht sich einen anderen Weg. Häufig hat dies eine Entzündungen zur Folge.
Wenn es sogar einen Eiterherd mit sich führt, dann wird es das Immunsystem des Pferdes stark beeinflussen. Eine weitere Folge ist, dass der gegenüberliegende Zahn keinen ausreichenden Gegendruck bekommt und sich somit immer wieder in das Zahnfleisch bohren kann.

Osteopathisch gedacht

Ein Gebiss, welches nicht im Gleichgewicht steht, wird immer eine einseitige Belastung auf das Kiefergelenk projezieren.

Das Kiefergelenk hat über das Schläfenbein einen direkten Zusammenhang mit dem ersten Halswirbel.

Ein blockierter erster Halswirbel blockiert ebenfalls das Steissbein durch die Verbindung mit den Rückenmarkshäuten. Auf dem Wege dahin haben wir über die Verbindung mit dem Rückenmark die Spinalnerven, welche die Organe versorgen und auch das Vegetativum mit bilden.

Somit sind nicht nur das schlecht verwertete Futter, durch schlechte Mahlung zu beachten, sondern auch die organischen Probleme durch eine gestörte nervale Versorgung. Anders gedacht beginnen und enden die Meridiane von Magen, Dickdarm und Dünndarm im Bereich der Zähne, auch hier kann es zu Störungen kommen.

Wenn wir jetzt noch die Faszien und die muskulären Relationen aufführen, dann wird es ein Buch.

Dieses Thema könnte man nun mit einer Diplomarbeit mit zig Seiten beschreiben, hiermit aber nur mal eine Idee wie wichtig die Zähne sind! Auch beim Menschen!

Welche Zahnprobleme treten auf?

Backenzähne

  • Scharfe Kanten (häufig im Oberkiefer aussen und Unterkiefer innen)
  • Wellen und Stufen im Bereich der Kaufläche
  • Haken am ersten und letzten Backenzahn
  • Falsche Winkelung der Backzahnkauflächen

Schneidezähne:

  • Zu lange Schneidezähne
  • Unter- Übergebiss mit falscher Winkelung
  • Ungleichmässige Linie der Frontzähne

Hengstzähne:

  • Diese sind scharf und verletzen die Zunge
  • Der Durchbruch ist schmerzhaft - Schleimhautirritation
  • Diese Zähne können abbrechen
  • Sie können unter der Schleimhaut verborgen bleiben und stören

Wolfszähne:

  • Diese liegen oft störend im Bereich des Trensengebisses
  • Sie können auch unter der Schleimhaut liegen und irritieren
  • Diese Zähne können abbrechen
  • Sie können unter der Schleimhaut verborgen bleiben und stören

Allgemeine Beschwerden des Pferdegebisses:

  • Zahnfleischentzündungen (oft Herpes!) testbar durch Vitalfeld oder Homöopathie
  • Verlorene oder abgebrochene Zähne, überzählige Zähne
  • Faule und lose Zähne
  • Zahnstein
  • Vereiterung der Zahnwurzel - Gefahr der Kieferhöhlenvereiterung!!!

Milchzähne:

  • Ungleichmässiger Zahnwechsel
  • Festsitzende Milchzahnkappen
  • Zahnsplitter oder Zahnüberbleibsel

Wie erkenne ich, dass mein Pferd Zahnprobleme hat:

Zu erst einmal sollte es gar nicht erst soweit kommen. Keinem Tier sollte man, wenn auch unabsichtlich, Schmerzen zufügen. Ein Pferd mit einem schlechten Gebiss, wird uns leider nicht sagen können, dass es weh tut und doch sollten wir es merken:

Achten Sie sich bitte mal, ob das Gesicht Ihres Pferdes symmetrisch ist. Die Augen und Nüstern die gleiche Höhe haben.

Ist Ihr Pferd druckempfindlich oder hat es sogar Beulen im Bereich des Kopfes? Lässt es sich ungern im Gesicht anfassen?

Nasenausfluss, fauliger Geruch aus Mund und Nase können für Zahnprobleme sprechen.

Probleme beim Kauen, das Pferd frisst sehr langsam und spuckt immer wieder Teile des Futters aus.

Beobachten Sie bitte beim Kauen ob das Pferd eine rhythmische Bewegung ausführt.

Der Allgemeinzustand ist schlecht, das Fell stumpf, es verliert ohne Grund Gewicht und ist unmotiviert und energielos.

Verdauungsprobleme bis zu Koliken, Schlundverstopfungen, Durchfälle und Futter im Kot sind immer ein Zeichen, die Zähne kontrollieren zu lassen.

Bitte schauen Sie sich das Zahnfleisch Ihres Pferdes an. Es sollten keine Verletzungen im Bereich der Zunge und Backe sein, das Pferd sollte keinen Zahnstein haben.

Die Linie der Frontzähne sollte gleichmässig und horizontal sein.

Alle Rittigkeitsprobleme und immer wieder blockierte Gelenke benötigen eine Kontrolle der Zähne.

Wichtig! Bitte lassen Sie, bevor Sie ihr Pferd anreiten, das Gebiss überprüfen!!! So können Sie sicher sein, dass das Pferd durch die Zäumung keine schlechten Erfahrungen macht und es können Unfälle durch Widersetzlichkeit verhindert werden. Auch vermeiden Sie Unarten, welche später vielleicht schwierig zu korrigieren sind.

Häufigkeit der Zahnuntersuchung - / Behandlung

Fohlen, junge Pferde bis 2 Jahre » 1 Mal jährlich

  • Kontrolle der Zahnstellung
  • Anlagen der Wolfszähne prüfen

3 bis 5 Jahre (Zahnwechsel) » 2 Mal jährlich

  • Kontrolle der Zahnstellung
  • Prüfen der Zahnwechsel
  • Durchtritt der Hengstzähne nachsehen und die Milchzahnkappen prüfen

Ältere Pferde » 1 Mal jährlich

  • Kontrolle des Gebisses und ausbalancieren von Unebenheiten

Zuchtstuten abhängig vom Alter » siehe oben

  • Wenn möglich, bevor sie zum Hengst gehen um Sedierungsstress während der Trächtigkeit zu vermeiden. Ebenso sollte garantiert sein, dass die Stute ihr Futter optimal verwerten kann.

Tunierpferde » vor der Tuniersaison

  • Am besten vor der Tuniersaison, denn eine Sedierung könnte unter Doping fallen.

Alte Pferde » 2 Mal jährlich

  • Senioren welche lockere Zähne haben und auch schon mal welche verloren haben sollten häufiger kontrolliert werden.
  • Ebenso wenn Entzündungen vorlagen, sollte die Kontrolle regelmässiger sein

Wie arbeite ich

Vor jeder Behandlung steht eine ausführliche Untersuchung im Vordergrund. Hierbei taste ich die Zahnreihen ab und erstelle einen Zahnbefund. Gerne erkläre ich Ihnen was ich bei ihrem Pferd für eine Zahnbehandlung vornehmen werde. Mein Hintergrund als gelernter, praktizierender Therapeut bringt mir einen weiteren Blickwinkel auf gesundheitliche wie reiterliche Probleme.

Ich arbeite präzise, sicher und stressfrei für das Pferd. Neben einem Horsemanship, das die Kooperation des Pferdes gewinnt, spielt adäquate Technologie hierbei eine Schlüsselrolle.

Ich verwende hochwertige, manuelle Feilen und wassergekühlte elektrische "Power Tools", welche eine rasche, schonende und präzise Arbeit ermöglichen. Eine Überhitzung der Zähne wird dadurch verhindert.

Für die Behandlung benötige ich:

  • Einen ruhigen, zugfreien Ort, am besten die Box des Pferdes
  • Strom, sauberes und warmes Wasser
  • Eine Decke für das Pferd
  • Der Besitzer sollte genügend Zeit für sein Pferd mitbringen um es im Anschluss an die Behandlung weiter zu betreuen.

Gerne kontrolliere ich Ihr Pferd auch auf manuelle Dysfunktionen. Für eine Behandlung wird ein weiterer Termin benötigt.

Beachten Sie bitte, die Zahnpflege ist für Ihr Pferd genauso wichtig wie die Hufpflege!!!

Kosten bitte auf Anfrage

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